Axel Kuhn: Die französische Revolution

Wer die Nachrichten regelmäßig verfolgt, kommt an dem Thema "Wirtschafts- und Finanzkrise" kaum vorbei und begegnet dort immer wieder der "Occupy-Wall-Street"-Bewegung. Teile dieser Bewegung fordern eine umfassende Revolution unserer derzeitigen Gesellschaftsordnung, die als "ungerecht" bezeichnet wird. Grund genug, sich mal wieder mit der wohl wichtigsten, da initialgebenden Revolution der europäischen Geschichte zu beschäftigen!
Prof. Dr. Axel Kuhn hat es meiner Ansicht nach geschafft, auf 272 Seiten einen umfassenden Überblick über die französische Revolution zu geben. Zunächst beschäftigt sich Kuhn mit den wirtschaftlichen und sozialen Gründen dieser Revolution und widmet deshalb ein eigenes Kapitel der Aufklärung, die als geistiges Fundament dieser Umwälzung gesehen werden kann. Anschließend schafft es Kuhn, den zahlreichen und vielfältigen Ereignissen der Jahre zwischen 1789 und 1815 eine angemessene Gliederung zu verpassen, sodass sich dem Leser in den folgenden Kapiteln leicht erschließt, was mit "Jakobinerdiktatur", "Direktorialverassung" und "Befreiungskriegen" gemeint ist.
Darüber hinaus besticht das Werk erstens durch die Beleuchtung verschiedener Aspekte, die nicht direkt zur Revolution gehören, etwa ihren Auswirkungen auf die Geschichtsschreibung oder der Unterscheidung zwischen "Revolte" und "Revolution". Zweitens hebt sich das Werk von anderen Büchern zu diesem Thema durch einen umfangreichen Quellenapparat ab, der es ermöglicht, direkt in diese Zeit abzutauchen.
Da ich selbst schon einmal Vorlesungen bei Herrn Kuhn hören durfte, weiß ich von der überzeugenden Stringenz seiner Argumentation und seiner geschliffenen Sprache, die in diesem Buch deutlich wird. Nicht zuletzt möchte ich erwähnen, dass das Buch bei Reclam erschienen ist und mit gerade einmal 7,- € einen unschlagbaren Preis hat.